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Allgemeine Info´s zum Fluotauchen


Physikalischer Hintergrund von Fluoreszenz

Manche marine Organismen wie Korallen, Schwämme, Anemonen, Quallen, Muscheln, Nacktschnecken, Garnelen, Krebse, Würmer und einige Fische produzieren Proteine, welche durch Licht bestimmter Wellenlängen zum Phänomen der “Fluoreszenz” angeregt werden.

Fluoreszenz bedeutet, dass Elektronen aus einem bestimmten Material - in diesem Fall handelt es sich um die Proteine - die Photonen einer bestimmten Wellenlänge des Lichtes absorbieren, worauf die Elektronen angeregt werden und ein höheres Energieniveau erreichen. Nach nur ein paar Nanosekunden, in denen aber ein Teil der Energie abgebaut wird, kehren die Elektronen wieder zurück zu ihrem ursprünglichen Energieniveau, indem sie ein weiteres Photon abgeben, dass nun jedoch eine höhere Wellenlänge und damit niedrigere Energie als das anregende Licht besitzt.

Horst Grunz | Tauchen | UV | Licht Bei Meereslebewesen kann das anregende Licht in einem Wellenlängenbereich zwischen (unsichtbarem) ultraviolettem und (sichtbarem) blauen Licht liegen, wobei die Farben des emittierten, d.h. ausgestrahlten Lichtes in der Regel blau, grün, orange oder rot sind, abhängig vom jeweiligen Protein das der Organismus produziert.

Beachte, dass Fluoreszenz nicht mit Phosphoreszenz (hierbei wird Licht erst nach längerer Zeit der Anregung ausgestrahlt, wie z.B. beim Ziffernblatt einer Uhr) und Lumineszenz (hierunter versteht man das aktive Erzeugen einer Lichtquelle eines Organismus, wie z.B. von Glühwürmchen) gleichzusetzen ist. Mehr über Biolumineszenz von Unterwasser-Lebewesen erfährst Du hier.


Biologischer Hintergrund von Fluoreszenz

Einige fluoreszierende Korallen wurden nur aufgrund der Tatsache entdeckt, dass sie knallrot leuchteten, obwohl sie sich auf einer Tiefe befanden, in der rotes Licht vollständig vom Wasser absorbiert wird (Dies ist auch der Grund, warum Wasser von oben blau erscheint).

Als Taucher zum ersten Mal Lampen unter Wasser einsetzten entdeckten sie, dass viele Organismen tatsächlich rot waren. Es war ein biologisches Rätsel, warum Organismen Energie dazu aufbrachten ein farbiges Pigment zu produzieren, welches sowieso ab bestimmten Tiefen schwarz erscheint. Es wurde spekuliert, dass dies zur Tarnung diente, doch diese Hypothese war nicht sonderlich befriedigend.

Neue Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass viele Fischarten, auch Tiefseefische, rotes Licht sehen können. Das wirft die Frage nach dem Warum auf, da rotes Licht bei diesen Tiefen ja vermeintlich nicht sichtbar ist.

Kürzlich fand man heraus, dass Organismen unter Wasser Fluoreszenz verwenden um das einzige für sie sichtbare Licht zu transformieren. Ultraviolettes und blaues Licht wird in sichtbares Licht mit höheren Wellenlängen - so wie rot - umgewandelt wird. Dies hat mehrere Gründe:

Zum Einen dient diese Eigenschaft als Schutz vor schädlicher Sonneneinstrahlung, als Sonnencreme sozusagen. Korallen scheinen auf diese Weise auch Algen zu füttern, welche in Symbiose in ihrem Gewebe leben. Dies ermöglicht es den Korallen in größeren Tiefen zu leben, was Ihnen ohne diese Fähigkeit nicht möglich wäre.

Letzte Entdeckungen lassen vermuten, dass Fische Fluoreszenz anwenden, um sich vor dem Hintergrund fluoreszierender Korallen vor Fressfeinden zu verstecken. Außerdem dient Ihnen diese Eigenschaft dazu, mit Artgenossen zu kommunizieren und sich untereinander zu warnen.


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